Der SMOG-Lesbarkeitsrechner schätzt die nötigen Schuljahre für das Textverständnis – ideal für verständliche Gesundheits- und Alltagstexte.
The SMOG Index roughly estimates the years of education needed to understand a piece of writing.
Der SMOG-Lesbarkeitsrechner schätzt ab, wie viele Jahre Bildung man braucht, um einen Text mühelos zu verstehen. SMOG steht für „Simplified Measure of Gobbledygook“ – im Grunde zählt die Formel einfach alle Wörter mit mehr als zwei Silben und rechnet daraus das passende Bildungsniveau aus. Besonders in der Gesundheitskommunikation ist das Tool beliebt: Je einfacher der Text eingestuft wird, desto mehr Menschen erreicht er, ganz ohne zeitraubende Korrekturschleifen.
Was misst SMOG eigentlich genau?
SMOG ist eine Lesbarkeitsformel aus den 1960er-Jahren. Sie erfasst Wörter mit mehr als zwei Silben und leitet daraus das benötigte Leseniveau ab. Dieser Wert entspricht den Schuljahren, die der durchschnittliche Leser mitbringen sollte. Das Prinzip ist denkbar einfach, funktioniert aber bis heute hervorragend als Schnelltest für verständliche Sprache.
Wann lohnt sich der Einsatz von SMOG?
SMOG hilft schon beim ersten Entwurf, beim direkten Variantenvergleich oder beim Qualitätscheck im gesamten Team. Schreibt man für ein breites Publikum, gilt als Faustregel: Level der 8. Klasse oder darunter anpeilen.
- Sprachliche Hürden schon beim Schreiben aufspüren
- Verschiedene Textversionen für dieselbe Zielgruppe gegeneinander abwägen
- Prüfen, wie klar und verständlich die eigene Organisation kommuniziert
Warum gerade die SMOG-Formel?
Verglichen mit anderen Formeln ist SMOG herrlich unkompliziert. Man muss nicht jedes einzelne Wort oder jede Silbe im gesamten Dokument durchzählen. Stattdessen liefert die Formel verlässliche Zahlen, die direkt zeigen, wo vereinfacht werden muss – ohne stundenlanges Analysieren.
So analysierst du längere Dokumente
Enthält ein Text mindestens 30 Sätze, wählst du einfach dreißig davon aus, zählst die langen Wörter und wendest die Formel an. So gehst du Schritt für Schritt vor:
Zuerst dreißig Sätze auswählen
- Nimm 10 Sätze vom Anfang des Textes.
- Nimm 10 Sätze aus der Mitte.
- Nimm 10 Sätze vom Ende.
- Kopiere sie in ein neues Dokument oder unterstreiche sie auf Papier.
- Punkte, Fragezeichen, Ausrufezeichen oder Zeilenumbrüche markieren jeweils das Satzende.
Wörter mit mehr als zwei Silben zählen
- Markiere jedes Wort mit mehr als zwei Silben.
- Wörter mit Bindestrich zählen als ein einziges Wort.
- Zahlen werden so gewertet, als wären sie als Wort ausgeschrieben.
- Eigennamen fließen normal in die Zählung ein.
- Abkürzungen gedanklich ausschreiben – außer sie sind allseits als Wort etabliert (wie COVID oder TV).
Die einfache Formel anwenden
Bildungsniveau = 1.0430 × √(Anzahl mehrsilbiger Wörter × 30 / Satzanzahl) + 3.1291
*Oder vereinfacht: Quadratwurzel der mehrsilbigen Wörter in 30 Sätzen + 3
Zieh die Wurzel aus der Anzahl der mehrsilbigen Wörter und addiere 3 – das ergibt das geschätzte Bildungsniveau. Bei 26 langen Wörtern liegt die Wurzel bei etwa 5,1; plus 3 ergibt das rund 8,1, also ziemlich genau das Niveau der 8. Klasse. Wer sich die Rechnerei sparen will: Der Rechner auf characterconverter.com erledigt die Mathematik im Handumdrehen.
So berechnest du kurze Textabschnitte
Hier greift im Grunde dieselbe Formel, man rechnet das Ganze nur rechnerisch auf 30 Sätze hoch. Bei kurzen Abschnitten funktioniert das so:
- Zähle die Sätze deines Textes.
- Zähle alle Wörter mit mehr als zwei Silben.
- Teile die Zahl der mehrsilbigen Wörter durch die Satzanzahl, um den Schnitt pro Satz zu ermitteln.
- Ziehe deine Satzanzahl von 30 ab, multipliziere das Ergebnis mit diesem Schnitt und addiere die tatsächlich gezählten langen Wörter dazu.
- Ziehe aus diesem Gesamtwert die Wurzel und addiere 3.
Beispiel: 20 Sätze mit 80 langen Wörtern ergeben im Schnitt 4 pro Satz. Für die 10 fehlenden Sätze kommen 40 Wörter dazu, macht 120. Die Wurzel daraus ist etwa 11, plus 3 landet man ungefähr bei Bildungslevel 14 (entspricht Universitätsniveau).
Wo SMOG an seine Grenzen stößt
Entwickelt wurde SMOG ursprünglich für Gedrucktes. Bei Online-Texten muss man selbst festlegen, wie URLs oder Hashtags gewertet werden – und das erfordert ein gutes Gespür für die Zielgruppe. Zudem garantiert ein guter Wert allein noch kein echtes Textverständnis. Echtes Leser-Feedback bleibt unverzichtbar, denn Lesbarkeit ist eben nur ein Teilaspekt gelungener Kommunikation.
Häufige Fragen zu SMOG
Wofür steht die Abkürzung SMOG?
SMOG steht für „Simplified Measure of Gobbledygook“ (auch Simple Measure of Gobbledygook), frei übersetzt: vereinfachtes Maß für Kauderwelsch. Es handelt sich um ein System, das das nötige Bildungsniveau für einen Text schätzt. Kurzer Name, klarer Job.
Welches Niveau sollte man anpeilen?
Für eine breite Zielgruppe ist die 8. Klasse oder darunter ideal. So bleiben gesundheitliche und allgemeine Texte für möglichst viele Menschen zugänglich, ohne dass man fachlich ungenau wird. Viele Teams nutzen das als Standard-Messlatte.
Wie viele Sätze braucht SMOG?
Am verlässlichsten arbeitet SMOG ab 30 Sätzen, weil die Formel genau darauf ausgelegt ist. Kürzere Texte funktionieren aber genauso gut, wenn man die Werte zuvor auf 30 Sätze hochrechnet. Das ist schon der ganze Trick.
Funktioniert SMOG auch bei Online-Texten?
Die Formel wurde für Printmedien entwickelt. Im Web muss man vorab entscheiden, wie Links oder Hashtags gezählt werden. Hat man diese Spielregeln aufgestellt, liefert SMOG aber auch hier wertvolle Ergebnisse.
Beweist ein gutes SMOG-Ergebnis, dass die Leser alles verstehen?
Nein. Formeln zur Lesbarkeit spiegeln kein inhaltliches Verständnis wider. Neben den Werten aus dem SMOG-Rechner auf characterconverter.com braucht man immer auch direktes Feedback aus der Zielgruppe.